100 Jahre LG Frauwüllesheim

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Aus "Dürener Zeitung" vom 8.9.07:

Die Jubilare

Wehr verdient mehr Anerkennung

Personalsorgen in der Löschgruppe Frauwüllesheim. Ernste Worte an Politik.

Beim Festkommers zum 100-Jährigen der Löschgruppe waren die Feuerwehrleute fast unter sich. „Alle sind geladen; schade drum." Ortsvorsteher Ludwig Siepen war ebenso enttäuscht wie der Schirmherr des Jubiläums, Hans Jürgen Schüller. „Die Feuerwehr ist wichtig für den Ort", unterstrich der Bürgermeister und bedauerte, „dass diese teils übermenschliche, ehrenamtliche Arbeit nicht immer mit notwendigem Respekt und Anerkennung bedacht wird." Für Schüller ist die Feuerwehr „die zuverlässigste und beständigste Einrichtung", die auf ein Jahrhundert selbstloser Leistung zurückblicken kann. Gemeindebrandmeister Eberhard Ruland zeichnete den Weg der Frauwüllesheimer Löscheinheit von der Gründung als Pflichtfeuerwehr im Jahre 1907 bis heute nach und kam zu dem Schluss: „Die Feuerwehr ist heute eine Dienstleistungsorganisation." Ruland machte deutlich, dass eine Wehr nur so gut sein kann wie die Personen, die sie tragen.

Und die werden immer weniger: Die Löschgruppe Frauwüllesheim zählt zehn Aktive - 1,3 Prozent der Einwohner. Altersdurchschnitt: 44 Jahre. „Hier muss etwas getan werden. Wir alle sind gefordert." Diesen verbalen Steilpass nahm Kreisbrandmeister Hans Jürgen Wolfram auf - und die große Politik in die Pflicht: Mit der Ausweitung der Samstagsarbeit einschließlich der Ladenöffnungszeiten sei der Samstag als der klassische Übungstag der Freiwilligen Feuerwehr mehr als gefährdet. „Die Politik muss aufpassen, sonst wird es nichts mit den Freiwilligen." Und der Kreisbrandmeister setzte noch einen Ratschlag drauf: „Gehen Sie zur Feuerwehr, bevor sie zu Ihnen kommt."

Neben den ernsten Augenblicken gab es für die Frauwüllesheimer Wehr auch glückliche Momente: So wurde Löschgruppenleiter Bernd Scholz zum Hauptbrandmeister befördert, und Parteien und Vereine konstatierten der Wehr ständige Einsatzbereitschaft und Zuverlässigkeit. Übrigens: Je später der Abend wurde, um so mehr füllte sich die Bürgerhalle.

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