2010-12-30 Einsatz: Einsturz eines Hallendaches in Hürtgen

Aus KFV

Wechseln zu: Navigation, Suche
Einsatz kurz und bündig
Einsatz: Technische Hilfe
Gemeinde: Hürtgenwald
Ortsteil: Hürtgen
Datum:

30.Dezember 2010 16:50

Statistik
Einheiten:
Fahrzeuge:
Einsatzdauer:

ca. 4 Stunden

Quellen
Haupt-Quelle

Bericht Zugführer

Informationen zum Einsatzablauf

Am Donnerstag, dem 30.12.2010, wurde die LG Hürtgen der Freiwilligen Feuerwehr Hürtgenwald gegen 16:50 Uhr zu einer technischen Hilfeleistung alarmiert. Gemeldet war ein Einsturz eines Hallendaches in Hürtgen. Nach Ankunft der Einsatzkräfte und entsprechender Erkundung durch den Einsatzleiter stellte sich folgendes Lagebild dar:

Es waren keine Personen im Einsatzobjekt. Beim Einsatzobjekt handelte es sich um einen ehemaligen Hühnerstall (ca. 45 Jahre alt), welcher in Form eines rechten Winkels errichtet war, und einer direkt am Hühnerstall angebauten Garage mit Flachdach. Der kleinere Schenkel des Gebäudes hatte die Maße 24x8m, der größere Schenkel incl. Garage hatte die Maße 43x8m. Das komplette Gebäude wurde nur noch als Lagerfläche genutzt, wobei der kleine Schenkel des Gebäudes vermietet war, der größere Schenkel in Eigennutzung stand. Der komplette Hallenbereich hatte eine Bedachung aus Eternitplatten, die Dachkonstruktion war bunt gemischt zwischen doppelt stehender Kehlbalkenkonstruktion und einfachem Satteldachbinder, welche sich alle in einem sehr schlechten Zustand befanden. Die angebaute Garage (8x8m) hatte ein Flachdach mit Teerpappenbeschichtung.

Zur Beginn des Einsatzes war das komplette Einsatzobjekt mit einer ca. 30-40cm hohen Schneeschicht bedeckt. Im kleineren Schenkel der Halle (fast genau mittig) war ein ca. 8x8m großer Bereich incl. eines nachträglich eingebauten Rolltores eingestürzt. Dort waren mehrere PKW incl. Ersatzteile der Mieter gelagert. Aus sicherem Abstand konnte man durch einen der Eingänge der Halle erkennen, dass mind. ein PKW unter den Trümmern begraben war. Des Weiteren war zum Teil die sehr belastete Dachkonstruktion (u.a. stark verbogene Balken) zu erkennen. Zu diesem Zeitpunkt war das Gebäude nach Ermessen des Einsatzleiters erheblich einsturzgefährdet; daher wurde der komplette Bereich abgesperrt.

Da die technischen Mittel der Abstützung seitens der Feuerwehr für dieses Einsatzobjekt stark begrenzt waren, wurde in Absprache mit dem Eigentümer das THW hinzualarmiert. Nach Ankunft des THW-Ortsbeauftragten (Bauingenieur) des Ortsverbandes Hürtgenwald wurde das Objekt entsprechend beurteilt. Anschließend wurde der technische Zug des THW Hürtgenwald alarmiert. Um einen weiteren Einsturz des restlichen Gebäudes zu vermeiden, musste durch Feuerwehr und THW soviel wie möglich Schnee vom Dach heruntergeschaufelt werden. Da das Einsatzobjekt aber einsturzgefährdet war, konnten die Einsatzkräfte nur über an die Traufe angelegte Steckleiterteile mittels Schneeschaufeln den Schnee zumindest zur Hälfte entfernen. Danach wurde der komplette Hallenbereich incl. Garage mittels Baustützen und Balken seitens des THW abgestützt. Die Einsatzstelle wurde mittels Lichtmast des 4-51-1 und des THW ausgeleuchtet. Nach den Abstützarbeiten wurden durch das THW Schneelastmessungen durchgeführt. Es stellte sich heraus, dass aufgrund der Schneelast und der maroden Dachkonstruktion diese zwischen 8-10% überlastet war (eventuelle statische Sicherheiten waren schon eingerechnet). Der Einsatz endete gegen 21:00 Uhr.

Positiv ist die reibungslose, unkomplizierte und hervorragende Zusammenarbeit mit dem THW zu erwähnen.

Persönliche Werkzeuge