2011-01-11 Einsatz: Reiterhof brannte in Hürtgen

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Einsatz kurz und bündig
Einsatz: Brand
Gemeinde: Hürtgenwald
Ortsteil: Hürtgen
Ortsbeschreibung: Siedlung
Datum:

11.Januar 2011 18:51

Statistik
Fahrzeuge:

Löschgruppe Hürtgen

Löschgruppe Vossenack

Löschgruppe Bergstein

Löschgruppe Gey

Löschgruppe Straß

Löschgruppe Großhau

FTZ

FüG

Wehrleitung

Drehleiter Simmerath

DRK Düren

Rettungsdienst

THW

Polizei

Ordnungsamt Hürtgenwald

Quellen
Haupt-Quelle

Inhaltsverzeichnis

Informationen zum Einsatzablauf/Bericht des Einsatzleiters

  • 1. Allgemeines/Alarmierung/Anfahrt
Am frühen Dienstagabend (11.01.2011) wurden der LZ Süd und zusätzlich die LG Straß der FF Hürtgenwald gegen 18:50 Uhr zu einem Brandeinsatz alarmiert. Gemeldet war ein Zimmerbrand (Stichwort BD2) in der Hürtgener Siedlung (Wittscheidter Straße). Auf der Anfahrt wurde das Stichwort auf BD 3, Dachstuhlbrand, erhöht, sodass für die gesamte Hürtgenwalder Wehr Vollalarm ausgelöst wurde. Die Schadenslage war ebenfalls schon auf der Anfahrt über mehrere hundert Meter erkennbar. An Bord des ELW 1 (4-11-1) alarmierte der spätere Einsatzleiter zusätzlich eine zweite Drehleiter; gleichzeitig wurde das LF (4-42-1) aus Vossenack angewiesen, direkt vom alten Freibad an der Grillhütte Bosselbach eine Wasserversorgung (1-B-Leitung) mittels Schlauchanhänger aufzubauen.
Die Siedlung Hürtgen (Wittscheidter Straße/Burgbergstraße) liegt unweit des Ehrenfriedhofs Hürtgen linksseitig zwischen Hürtgen und Vossenack und verbindet u.a. auch die B399 und die L218. Die gesamte Siedlung besteht aus 16 Wohnhäusern und (auch ehemaligen) landwirtschaftlichen Anwesen, wobei die meisten Gebäude Anfang der 1950er Jahre erbaut wurden.
Die Wasserversorgung ist durch eine „80er“ Leitung mit 9 Unterflurhydranten für den "kleinen" Einsatz sichergestellt. Für etwaige Einsätze, bei denen weitaus mehr Wasser benötigt wird, kann eine Wasserversorgung über lange Wegestrecke, vom alten Freibad an der Grillhütte Vossenack, einem offenen Gewässer an der Steinbachanlage Hürtgen und einer 250er Leitung am Pelletwerk Germeter aufgebaut werden. Hier müssen Wegestrecken zwischen 1 und 3km errichtet werden (je nach Objekt).
  • 2. Einsatzobjekt
Beim eigentlichen Einsatzobjekt handelt es sich um ein landwirtschaftliches Anwesen mit angebauter Reithalle. Insgesamt ist dieses Gebäude in einer T-Form angeordnet, wobei ein Schenkel Wohnbereiche, einer die Reithalle und einer Stallungen und Lagerfläche bildet. Das Objekt besteht aus massiver Bauweise mit harter Bedachung (Betondachpfannen) über einem Teil der Wohnbereiche. Der Rest ist mit Eternitplatten überdacht.
Ursprüngliche Errichtung des Wohngebäudes mit Stall (linker Flügel) war Anfang der 1950er Jahre, wobei der angrenzende Winkelbau Ende der 1950er Jahre und die Reithalle Mitte der 1990er Jahre angebaut wurden. 1977 fiel dieses Gebäude schon einmal nach einem Blitzeinschlag den Flammen zum Opfer.
  • 3. Einsatzlage
Bei Ankunft des 4-11-1 an der Einsatzstelle ergab sich folgende Lage:
Ungefähr 10 Meter links vom Schnittpunkt aller 3 Schenkel der T-Form schlugen ca. 2-4 Meter hohe Flammen aus dem Dachstuhl heraus (erste Durchzündung noch vor Eintreffen der Feuerwehr). Zum Zeitpunkt des Brandausbruches waren ca. 15 Personen vor Ort, welche u.a. in der Reithalle Reitunterricht absolvierten. Insgesamt waren ca. 20 Pferde im Stall und der Reithalle anwesend.
Nach Erkundung durch den Einsatzleiter und Befragung einiger Beteiligter stellte sich heraus, dass sich keine Personen und Tiere im Objekt befanden. Die komplette Straße (ca. 5-6 Meter breit) war auf der Seite des Einsatzobjektes mit ca. 10 PKW beparkt. Starke Rauchentwicklung und Funkenflug gingen vom Brand aus, welcher durch starken Westwind zusätzlich angefacht wurde.
Aufgrund der räumlichen Enge auf der Straße erwies es sich als äußerst schwierig, die anrückenden Fahrzeuge in einer taktisch vernünftigen Weise aufstellen zu lassen.
Bis die Wasserversorgung vom alten Freibad am Bosselbach aufgebaut war, wurde ein LF 16 von einem TLF 16/25 gespeist, welches die Wasserentnahme über einem Unterflurhydranten ermöglichte. Seitens des eingetroffenen Mitarbeiters des Wasserversorgers wurde ermöglicht, dass über die 80er Leitung kurzfristig eine höhere Wasserlieferungsmenge mit höheren Drücken möglich war.
In der Anfangsphase wurden 2 Trupps unter PA zur Vorderseite und Rückseite de Gebäudes jeweils mit C-Rohr zur Brandbekämpfung vorgeschickt. Da es sich im Verlauf der Anfangsphase herausstellte, dass der Angriff von außen mit den vorangegangen Trupps nicht den erwünschten Erfolg brachte, wurde im Hof die DLK des FTZ in Stellung gebracht. Dazu musste das in der Hofeinfahrt geparkte LF 16 (aufgrund der mit PKW beparkten Straße) zur Seite gefahren werden. Eine Aufstellung der DLK auf der Straße war aufgrund starker Rauchentwicklung, einer Vielzahl von Bäumen und einen Stromleitung nicht möglich.
Auf der Rückseite des Gebäudes wurden mehrere Gasflaschen von einem Balkon geräumt, da die Gefahr der Brandausbreitung auf diesen Bereich zu groß war. Nach Einsatz des Wasserwerfers der im Hof stehenden DLK wurde der Erfolg der Löschmaßnahmen langsam ersichtlich. Dennoch blieb eine weitere Durchzündung nicht aus. Die 2. DLK (Kreis Aachen) wurde seitlich des Gebäudes in einer halbwegs befestigten Wiese aufgestellt.
Insgesamt waren bis zu 10 Trupps unter PA gleichzeitig im Einsatz. Der endgültige Löscherfolg wurde durch das massive Vorgehen im Innenangriff der vorgerückten Trupps erreicht, so dass nun Feuer unter Kontrolle gemeldet werden konnte.
Ca. 1,5 Stunden nach Alarmierung war der ebenfalls alarmierte ELW 3 mit der anwesenden FÜG einsatzbereit. Dies erwies sich als äußerst hilfreich für die Einsatzleitung. Im ELW 3 wurde u.a. eine Sofortmeldung an die Bezirksregierung aufgesetzt, die nur noch vom Einsatzleiter unterschrieben und abgesegnet werden musste. Während des gesamten Einsatzes wurden im ELW 3 mehrere Lagebesprechungen incl. Einsatzleiter durchgeführt. Im Verlauf des Einsatzes verschaffte sich unter Begleitung des Einsatzleiters der anwesende stellv. Kreisbrandmeister H.-P. Herkenrath einen Überblick über die Einsatzstelle.
Um weiterhin genügend Wasser am Einsatzobjekt zu erhalten, wurde zusätzlich eine Doppel-B-Leitung zur 250er-Leitung am Pelletwerk verlegt.
Gegen 23:30 Uhr konnte "Feuer aus" gemeldet werden. Die Wohnungen wurden weiterhin mit einer Wärmebildkamera auf etwaige Glutnester kontrolliert.
  • 4. Weiteres (stichpunktartig)
  • Bürgermeister und Bereitschaftsdienst der Gem. Hürtgenwald über einen großen Zeitraum des Einsatzes vor Ort
  • mehrere Pressevertreter vor Ort
  • THW-Ortsbeauftragter zur baulichen Beratung vor Ort
  • Verpflegung über den gesamten Einsatzzeitraumes durch DRK sichergestellt
  • Notfallseelsorger zur Betreuung der 15 Betroffenen (Eigentümer, Pferdebesitzer) vor Ort
  • insgesamt wurden 220 B-Längen verlegt!
  • Einsatzdauer incl. Brandwachen: ca. 13 Stunden
Besonders zu erwähnen ist die überragende Unterstützung durch einen Nachbarhof. Dort konnten während des gesamten Einsatzes Räumlichkeiten von der Feuerwehr und den Betroffenen genutzt werden. Des Weiteren konnte ein Zelt des DRK im Innenhof des Nachbarn aufgebaut werden.
Der Einsatz endete am 12.02.11 gegen 12.30 Uhr.
  • Fazit
Aufgrund der Örtlichkeiten am Einsatzobjekt und der vorgefundenen prekären Lage gestaltete sich, vor allem in der Anfangsphase, der Einsatz als sehr schwierig und komplex, sodass auch einige Fehler seitens der Feuerwehr nicht ausgeschlossen werden konnten, welche aber in keinster Weise den Einsatzerfolg negativ beeinflusst haben. Nichtsdestotrotz konnten 2 von 3 Wohnungen, Stallungen und Reitstall gehalten werden. Eine Wohnung brannte komplett aus.
Brandursache laut den Brandermittlern der Polizei war ein technischer Defekt an Stromleitungen.

Weiter Bilder unter: Einsatzdoku.org

Polizeibericht

POL-DN: Reiterhof in Flammen

Hürtgenwald (ots) - Bei einem Großbrand auf einem Reiterhof in der Siedlung Hürtgen entstand am Dienstagabend beträchtlicher Gebäudeschaden, obwohl Feuerwehrmänner bis zur Erschöpfung den Brand bekämpften.

Gegen 18.50 Uhr hatte der 50-jährige Reitstallbetreiber Brandgeruch im Obergeschoss des an den Stall angrenzenden Wohnhauses bemerkt. Nachdem er Anwesende im Stall gewarnt hatte, versuchte er noch mit Hilfe eines Feuerlöschers eine Brandausweitung im Haus zu verhindern, musste aber aufgrund der bereits um sich wütenden Flammen schließlich selbst aus dem Haus flüchten. Derweil gelang es weiteren Personen durch schnelles Eingreifen dafür zu sorgen, dass Pferde und Hofbesucher nicht gefährdet wurden. Die Tiere wurden schließlich auf einer Koppel sicher untergebracht. Nicht mehr gerettet werden konnte ein Hund der vom Brand betroffenen Familie, der im Bereich des Brandausgangsortes ums Leben kam.

Während es den eingesetzten Löschgruppen aus dem ganzen Gemeindegebiet, unterstützt durch Drehleitern des FTZ und aus Simmerath, gelang eine Ausweitung und auch ein Übergreifen auf die Reitanlage zu verhindern, herrschte am Brandort große Betroffenheit. Auch mehrere Kinder waren mit ihren Eltern zur Brandstelle gekommen, um sich zu vergewissern, dass es ihren eingestallten Pferden gut ging. Zur Betreuung wurden der Rettungsdienst und seelsorgerische Ansprechpersonen hinzu gezogen wurden.

Unter Mitwirkung der Ordnungsbehörde wurde vor Ort eine alternative Unterbringung der betroffenen Familie geregelt. Auch der Bürgermeister der Gemeinde Hürtgenwald war persönlich zum Brandort gekommen.

Unmittelbar durch das Feuer verletzte Personen wurden nicht bekannt. Das Wohnhaus war wegen des entstandenen Gebäudeschadens anschließend nicht mehr bewohnbar. Eine Bezifferung des entstandenen großen Schadens ist derzeit noch nicht möglich.

Die Ursache des Feuers ist derzeit weiter unklar. Der Brandort wurde durch die Polizei beschlagnahmt. Die Ermittlungen des zuständigen Kommissariates, zu denen auf Anordnung der Staatsanwaltschaft am Donnerstag auch ein Brandsachverständiger hinzu gezogen wird, dauern weiter an.

Brandursache geklärt

POL-DN: Brandursache geklärt

Hürtgenwald (ots) - Das Feuer in dem Gebäude eines Reiterhofes in der Siedlung Hürtgen ist auf einen technischen Defekt zurück zu führen. Dies haben am Donnerstag die weiteren Ermittlungen des zuständigen Kriminalkommissariats der Dürener Polizei ergeben.

Am Dienstagabend war es zu einem Großbrand gekommen, bei dem das Wohnhaus des geschädigten Reitstallbetreibers durch die Flammen stark in Mitleidenschaft gezogen worden war (s. Pressemeldung v. 12. Januar 2011). Durch den Einsatz der Feuerwehr und vieler weiterer Helfer war es gelungen, dass der im sechsstelligen Bereich liegende Sachschaden sich nicht noch vergrößerte und nach den bisherigen Erkenntnissen weder Menschen noch Pferde dabei verletzt wurden.

Die Untersuchungen der Brandermittler, die auch durch einen Brandsachverständigen unterstützt wurden, führten jetzt zu der Feststellung, dass ein Fehler in der Strominstallation als Brandursache in Frage kommt. Ein zu einer Verteilerdose führendes Kabel in einer Decke im Obergeschoss des Hauses wurde dabei völlig zerstört.

Kreispolizeibehörde Düren

Aachener Str. 28

52349 Düren

Pressebericht

In der Zeitung findet man einen Bericht

(ja/bel), 12.01.2011, 16:42
Reiterhof brennt: Feuer richtet hohen Schaden an
Hürtgen. Bei einem Feuer auf einem Reiterhof in der Siedlung Hürtgen ist am Dienstagabend ein Schaden in sechsstelliger Höhe entstanden. Genauere Angaben auch zur Brandursache konnte die Polizei am Mittwoch noch nicht machen. mehr...





http://www.az-web.de/lokales/dueren-detail-az/1512632?_link=&skip=&_g=Reiterhof-brennt-Feuer-richtet-hohen-Schaden-an.html

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