EkNT

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Das EkNT (Einsatzkräfte-Nachsorge-Team) wurde in der Presse vorgestellt. Dort erfährt man Näheres über deren Arbeit.

Hier geht es zum Bericht

Düren. Wieder Ordnung ins Chaos zu bringen ist ihre Aufgabe: Die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei, die Notärzte und Mitarbeiter der Rettungsdienste sind es, die bei Unfällen, Bränden und Naturkatastrophen in der vordersten Reihe stehen.

Dabei werden sie nicht selten mit Verletzungen und Tod konfrontiert. Sie sehen Bilder, die sich auf der Seele einbrennen; erleben Einsätze, die nicht mit Ausziehen der Schutzkleidung abgehakt werden können.

Wenn Helfer nach einem Einsatz selber Hilfe brauchen, steht das Team der Einsatzkräfte-Nachsorge (EkNT) im Kreis Düren bereit, um Erste Hilfe für die Seele zu leisten. Seit zehn Jahren bilden die katholische und evangelische Kirche eine Arbeitsgemeinschaft für Einsatzkräfte-Nachsorge; seit fünf Jahren organisiert die AG auch eine Notfallseelsorge für alle Menschen, die bei Unfällen, Bränden, plötzlichen Todesfällen in der Familie in seelische und körperliche Not geraten sind.

Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Hilfsbedürftigen, die bei Einsätzen oft nicht wahrgenommen werden: die traumatisierten Ersthelfer, die Zeugen und auch die Opfer, die beispielsweise unverletzt, aber apathisch mit ansehen, wie ihr Haus verbrennt. Alarmiert werden die Notfallseelsorger von den Rettungskräften vor Ort.

«Während eines Notfalls funktionieren Einsatzkräfte. Dafür wird ja geübt. Erst im Leerlauf danach setzt die gedankliche Auseinandersetzung mit dem Erlebten ein», erklärt Pastoralreferent Lars Goebel die Notwendigkeit eines Nachsorgeangebots. Goebel ist wie fast alle Notfallseelsorger im pastoralen Dienst tätig und koordiniert zugleich Notfallseelsorge und EkNT.

Bei der Einsatzkräftenachsorge sind neben Seelsorgern auch psycho-sozial geschulte Fachleute aus Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei dabei. «Es kommen also nicht nur Pastöre, sondern auch Leute, die sehr gut wissen, welche Belastungen die Arbeit mit sich bringt und wie sie aussieht», sagt Goebel. Das steigere die Akzeptanz.

Die Idee, dass Helfer nach einem belastenden Einsatz selber eine Nachsorge brauchen, kam erst in den 80-er Jahren in Amerika auf, berichtet der Koordinator. «Auch bei uns waren Feuerwehrmänner lange Zeit starke Männer, für die es dem Klischee nach reichte, nach einem Einsatz zusammen ein Bier zu trinken.»

Die Gewissheit, dass das eben nicht reichte, schwappte über den Atlantik. Jedoch zögerlich: Eine je nach Wunsch der Einsatzkräfte stattfindende «seelische Nachbereitung» zusätzlich zur taktischen Manöverkritik stieß anfänglich nicht unbedingt auf Gegenliebe. Zu stark war das Bild der starken Männer noch in den Köpfen verankert.

«Die Akzeptanz für unsere Arbeit wächst bei der jüngeren Generation», bilanziert Lars Goebel. Erfreulich sei auch, dass die Inhalte der Einsatzkräftenachsorge Einzug in die Ausbildung der Rettungskräfte gefunden haben. Prävention, Schulungen über Stress und die Vermittlung von Schutzmechanismen gehören auch zu den Aufgaben der AG.

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