Jahresdienstversammlung 2012 in Nideggen

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Am 09.03.2012 fand in der Festhalle Abenden die Jahresdienstversammlung 2012 statt. Zuvor fand die Anhörung zur Bestellung eines stellv. Leiters der Feuerwehr statt. Dies war nötig, da die Amtszeit von Karl Heinz Latz ausläuft. Mit großer Mehrheit sprachen die Angehörigen der Feuerwehr sich dafür aus, dass Kamerad Latz sein Amt weiterführen solle. Der Kreisbrandmeister wird dem Rat nun empfehlen Karl Heinz Latz für weitere sechs Jahre als stellv. Leiter der Feuerwehr zu benennen.

Um 19:30 Uhr konnte der Leiter der Feuerwehr, Bruno Lauscher, dann eine außergewöhnlich große Anzahl von Mitgliedern der Feuerwehr, sowie zahlreiche Vertreter der Politik und Verwaltung begrüßen. Er übergab das Wort zum Jahresbericht 2011 an seinen Stellvertreter Karl Heinz Latz, der einige Worte an die Versammlung richtete.

Er bedankte sich im Namen der Wehrleitung bei allen Kameraden für die geleistete Arbeit im Jahr 2011.

Positiv konnte vermeldet werden, dass die Beschaffung eines PC's für die Unwetterzentrale der Feuerwehr sowie die Beschaffung des HLF 10/10 für die Löschgruppe Wollersheim abgeschlossen werden konnte. Auch konnten zahlreiche kleine Projekte verwirklicht werden, z.B. konnten viele Kameraden mit den neu vorgeschriebenen Uniformen ausgestattet werden. Fehlende Kleidung soll im laufenden Jahr 2012 beschafft werden. Trotzdem leidet die Feuerwehr sehr unter der finanziellen Situation der Stadt. Man ist sich seitens der Feuerwehr sehr wohl bewusst, in welcher finanziellem Situation sich die Stadt befindet, trotzdem muss die ehrenamtliche Tätigkeit der Feuerwehr breite Unterstützung finden. Der Haushalt der Stadt gab 2011 für den Feuerschutz lediglich 1,5 - 2 % seines Gesamtvolumens aus. Da war die Großbeschaffung des Fahrzeuges in Wollersheim eingerechnet.

Man muss sich von dem Gedanken frei machen Feuerwehr sei ein Verein, dem man nach Belieben Unterstützung zukommen lassen könne oder eben nicht. Die Freiwillige Feuerwehr ist ein Teil der Stadtverwaltung, nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr ist eine Pflichtaufgabe der Kommune. Bestrebungen auf Teile dieser Pflichtaufgabe zu verzichten sind gefährlich.

Durch die Erstellung des vorgeschriebenen Brandschutzbedarfsplanes seitens der Wehrleitung konnte der Stadt eine Ersparnis von rund 30.000 Euro verschafft werden. Ein externer Gutachter hätte zwischen 3 und 4 Euro pro Einwohner für einen solchen Plan verlangt. Der Plan liegt seit September 2011 im Rathaus vor und soll nach einer Erörterung im April vom Rat verabschiedet werden und zur Prüfung den Aufsichtsbehörden vorgelegt werden. Die Verabschiedung hatte sich wegen Terminschwierigkeiten immer wieder verzögert, da z.B. die Schulproblematik Vorrang hatte, dies war auch der Feuerwehr verständlich. Weniger verständlich ist allerdings, dass zur Zeit bereits Maßnahmen aus dem Brandschutzbedarfsplan diskutiert werden, obwohl dieser noch gar nicht verabschiedet ist und aus diesem Plan klar hervorgeht, dass die Feuerwehr nicht in allen Dingen so leistungsfähig ist wie sie sein soll.

Anschließend richtete Bürgermeisterin Margit Göckemeyer ihre Grußworte an die Versammlung. Sie versuchte zu erklären, wie "ein städt. Haushalt" funktioniert und in welcher prekärer Lage sich die Stadt Nideggen befindet. Sie appellierte eindringlich, die Probleme gemeinsam anzupacken. Die Auflagen und Vorgaben der Kreise, der Bezirksregierung sowie des Landes werden auch im Bereich Feuerschutz immer größer. Wie das ganze finanziert werden soll weiß aber keiner, Bund und Länder zahlen nichts, stellen aber Forderungen. Sie versprach ihrer Feuerwehr aber, trotzdem alles zu versuchen, weiterhin handlungsfähig bleiben zu können.

Der stellv. Kreisbrandmeister Jan Bietendüfel hob in seinem Grußwort ebenfalls eindringlich hervor, wie gefährlich es werden kann Standards zu senken. Allgemeine anerkannte Regeln und Vorgaben seitens der Aufsichtsbehörden sind es, in 8 Minuten nach Alarmierung der Feuerwehr mindestens 9 Feuerwehrmänner und nach weiteren 5 Minuten weitere 9 Feuerwehrmänner vor Ort zu haben. Hinzu kommen noch drei weitere Führungskräfte. Das die Feuerwehrmänner gewisse Qualifikationen besitzen müssen, um vernünftig helfen zu können, gilt als selbstverständlich. Die Vorgabe soll nach Möglichkeit in 80 - 100 % der Fälle erreicht werden. Als unterstes Ziel sind 80% anzusehen. "Natürlich" , so Bietendüfel, "kann der Stadtrat beschließen, uns reichen 50 % aller Fälle, aber bedenken Sie, dass Sie so nur noch jedem zweiten Bürger in Nideggen Hilfe zukommen lassen können", so Bietendüfel. "Alles unter 80% führt im Falle eines Personenschadens ohnehin zu Ermittlungen".

Eine günstigere Alternative wie die Freiwillige Feuerwehr gibt es nicht, wenn die Stadt Nideggen Personal einstellen müsste, um den Standard zu haben, wie ihn heute die Freiwillige Feuerwehr stellt, müssen etwa 40 Personen eingestellt werden. Diese sind zu Verbeamten und kosten pro Mann etwa 100.000 Euro im Jahr! Fahrzeuge und Standorte müssen nach wie vor vorgehalten werden. Auf eine Freiwillige Feuerwehr wäre dann immer noch nicht zu verzichten, um Großschadenslagen bewältigen zu können. Der Bürger der Stadt Nideggen hat im Jahr 2011 pro Einwohner ca. 11 Euro für die Feuerwehr gezahlt. Das würde sich schlagartig ändern.

Nach den Grußworten des Kreisbrandmeisters folgten Ehrungen und Beförderungen. Hervorgehoben sind hier die beiden Kameraden Uwe Müller und Wilfred Mattes aus Wollersheim. Beide erhielten das Silberne Ehrenzeichen des Landes NRW für 25jährige Tätigkeit in der Freiwilligen Feuerwehr. Überreicht wird das Ehrenzeichen vom Innenminister des Landes NRW, vertreten durch die Bürgermeisterin.

Beim Punkt Verschiedenes meldete sich Franz Jürgen Irnich aus Nideggen zu Wort. Er wollte von der Bürgermeisterin wissen, wie man sich zum einen die Ausbildung der Feuerwehr vorstellt, da immer noch ein Ausbilder für "Erste Hilfe" fehlt und eine Ausbildung durch die Hilfsorganisationen nicht zu finanzieren ist. Des Weiteren stellte er fest, dass die beiden Mannschaftstransportfahrzeuge, die zur Beschaffung anstehen, zunächst ja nicht beschafft werden können. Der Rat hatte sich gegen die Beschaffung ausgesprochen und möchte prüfen ob es Alternativen gibt. Geplante Aktionen mit dem Feuerwehrnachwuchs, u.a. das große Kreiszeltlager, können so aber nicht besucht werden.

Die Bürgermeistern erklärte, dass ein Ausbilder für Erste Hilfe gefunden sei und die Finanzierung seiner Ausbildung gesichert ist. Im Fall der MTF versprach die Bürgermeisterin eine Lösung zu finden.

Damit endete die Jahreshauptsversammlung 2012.

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